Dieser Beitrag beschäftigt sich mit sprachlichen Mischformen im frankophonen Kanada. Im Mittelpunkt steht die hybride Varietät des Chiac, eine in Moncton/Acadie gesprochene urbane Mischvarietät, die aus dem Sprachkontakt von Englisch und Französisch entstanden ist und auf einer französischen Grammatik mit englischen Lexikelementen basiert. Gegenstand der Betrachtung ist die in den späten 1960er Jahren entstandene littérature acadienne und ihr Umgang mit sprachlicher Variation im Spannungsfeld von gesellschaftlicher Norm und Formen ihrer Transgression. Am Beispiel der zeitgenössischen Autorin France Daigle und ihrem Umgang mit der Varietät des Chiac soll verdeutlicht werden, in welcher Weise hybride Formen von Sprache, die existente Sprach- und Kulturgrenzen in Frage stellen, dazu beitragen, individuelle und soziale Widersprüche zu erfassen und zu bearbeiten.